Kein Acker mehr am Gewässerrand

Kreis Ravensburg – Zum Jahreswechsel tritt landesweit eine bereits vor fünf Jahren angekündigte Neuregelung zur Nutzung von Gewässerrandstreifen in Kraft. Demnach ist, mit wenigen Ausnahmen, die ackerbauliche Nutzung eines fünf Meter breiten Streifens entlang von Gewässern ab dem 1. Januar 2019 verboten.

Ein intakter Gewässerrandstreifen mit standortgerechter Bepflanzung bildet quasi einen Schutzschild für das Gewässer. Je breiter dieser ist, desto wirksamer kann er schädliche Stoffe aus oberflächig zufließendem Wasser, aus dem Grundwasser oder aus der Luft herausfiltern. Auch die Bodenerosion wird verringert, so dass die Gewässersohle nicht durch eingeschwemmte feine Bodenpartikel „verklebt“ wird. Außerdem sind Gewässerrandstreifen wichtige Lebensräume und Verbindungswege für viele Lebewesen, die vielleicht nicht direkt mit Wasser in Verbindung gebracht werden. Ein gesundes Gewässer spielt somit nicht nur unter Wasser sondern auch in seinem Umfeld eine wichtige Rolle bei der Vernetzung von Biotopen, bei der Verbesserung der Biodiversität und der Schaffung von Rückzugsräumen.

Bereits mit der Novelle des Wassergesetzes von 2013 wurde beschlossen, den Schutz der Gewässer durch strenge Vorgaben zum Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln zu stärken. Für die Neuregelung zur ackerbaulichen Nutzung wurden den Landwirten fünf Jahre Übergangsfrist gewährt. In der Regel war eine wirtschaftlich sinnvolle Ackernutzung wegen der bereits bestehenden Spritz- und Düngeverbote ohnehin nicht mehr möglich, weshalb viele Ackerflächen in den letzten Jahren bereits von den Gewässern verschwunden sind.

Weitere Informationen unter www.landkreis-ravensburg.de, Rubrik: Gewässer, Hochwasser, Wasserkraft.

Pressedienst Nr. 253
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Ravensburg, den 11.12.2018