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Startseite > Kultur > Schloss Achberg > Aktuelle Ausstellung 2010 > Rückblick 2009

Ausstellung auf Schloss Achberg 2009

25. April bis 11. Oktober

Perspektive Landschaft - Aktuelle Positionen der Landschaftsmalerei


Michael Bach, Franz Baumgartner, Ronald Franke, Harald Reiner Gratz, Werner Knaupp, Jan Kromke, Christopher Lehmpfuhl,
Werner Liebmann, Harry Meyer, Sigrid Nienstedt, Andreas Scholz, Anette Venzlaff, Bernd Zimmer

Sigrid Nienstedt - Ruhrgebiet (2008)

Andreas Scholz - Lindenhofpark (2008)

Michael Bach - Kinlochbervie (2007)

Franz Baumgartner - c.l. (2008)

Christopher Lehmpfuhl - Stürmische See (2007)

Harry Meyer - Land Energie (2003)


„So seltsam das klingt, Landschaft ist nicht Natur, und – vielleicht noch seltsamer: Eigentlich kommen in der Natur Landschaften gar nicht vor. Es gibt keine Landschaft ohne Betrachter, oder etwas philosophischer ausgedrückt: Als ästhetische Erfahrung der Natur ist Landschaft eine Leistung des Subjektes. Ihr Sein ist an dessen Zuwendung gebunden und würde ohne ästhetische Vermittlung verlöschen.“ 

– Michael Huter, Die Idee der Landschaft, 1992


Die Ausstellung „Perspektive Landschaft – Aktuelle Positionen der Landschaftsmalerei“ stellt die Frage nach gerade aktuellen Ansätzen in der Landschaftsmalerei und wird auf Schloss Achberg genau am richtigen Ort präsentiert. Wo, wenn nicht hier, inmitten der idyllischen Landschaft zwischen Lindau und Wangen, lässt sich in der barocken Pracht dieses Kleinodes nachspüren, welche Emotionen Landschaft auslösen kann. Die historischen Räume des Schlosses bieten den perfekten Rahmen für einen Diskurs in einer Zeit, in der wir daran gewöhnt sind, das Thema Landschaft nicht nur als Konstruktion aus kulturellen, politischen und ökonomischen Faktoren zu verstehen, sondern als eine „verschwindende Ressource unserer eigenen Sehnsüchte“.

Der Blick in die Landschaft rund ums Schloss kann dafür sensibilisieren, was in der Schau vermittelt wird: das Verhältnis des Menschen zur Landschaft und die Bedeutung desselben in der aktuellen Kunst. Die verschiedenen Positionen aktueller Landschaftsmalerei verdeutlichen, wie vielschichtig die Ausformulierung dieses Themas ausfallen kann. Klar ist aber, dass das traditionelle, seit Generationen mit Utopien bisweilen überfrachtete Thema „Landschaft“ Aktionsraum aktueller Kunst ist.

Michael Bach, Franz Baumgartner, Ronald Franke, Harald Reiner Gratz, Werner Knaupp, Jan Kromke, Christopher Lehmpfuhl, Werner Liebmann, Harry Meyer, Sigrid Nienstedt, Andreas Scholz, Anette Venzlaff und Bernd Zimmer haben sich auf diesen Dialog mit der Landschaft eingelassen.
Diese Malerinnen und Maler faszinieren durch ihre unterschiedlichen Perspektiven, mit denen sie an dieses alte, doch stets moderne Genre der Malerei herangehen. Manche brechen bewusst mit tradierten Landschaftskonzepten oder verbinden sie mit utopischen Ideen. Darstellungen von nicht-urbanen Landschaften und Stadtlandschaften können zu Bildern von völlig unbekannten Orten werden. Die bisweilen perfekte malerische Illusion verleitet zum genauen Hinsehen, während gleichzeitig die distanzierte Schönheit des Bildes und die scheinbare Banalität des Motivs irritieren.
Bilder, die nur eine Ahnung von Landschaft geben, transportieren eine bestimmte Atmosphäre und machen die Vergänglichkeit von Landschaft bewusst. Die Landschaft wird zum Erlebnisraum und Stimmungsbild. Extrem realitätsnah erscheinen dagegen Landschaften, die mit expressiven Gesten und intensiven Farbklängen gemalt wurden. Sie spielen mit der Atmosphäre und der sinnlichen Wahrnehmung von Naturausschnitten.

Die Präsentation eines solch weit geöffneten „Landschaftsfensters“ wirft mit Blick auf die zukünftige Landschaftsmalerei eher Fragen auf, als dass sie Antworten geben kann. Landschaft wird jedoch immer wieder ein Thema der Kunst sein, zum einen, weil die gesellschaftlichen und ökologischen Entwicklungen eine künstlerische Reaktion erfordern, zum anderen, weil die Kunst ein virtueller Rekreationsort ist, der die Phantasie anregt und neue Perspektiven eröffnet. Landschaftsmalerei wird weiterhin dazu beitragen, neue Raumerfahrungen zu machen und vielleicht unser kollektives Bild von Landschaft zu hinterfragen.

Zur Ausstellung wird ein umfangreiches Rahmenprogramm (u. a. Ausstellungsführungen zahlreicher Künstlerinnen und Künstler, Malaktion en plein air von Christopher Lehmpfuhl) angeboten.
Darüber hinaus ist ein umfangreicher Ausstellungskatalog (144 S.) mit Beiträgen von renommierten Autorinnen und Autoren erschienen. Er kann in Schloss Achberg erworben oder im Kultur- und Archivamt bestellt werden.



 



 

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