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Blauzungenkrankheit

Die Blauzungenkrankheit ist eine Viruserkrankung der Wiederkäuer, es erkranken insbesondere Schafe (auch Mufflons) und Rinder, aber auch Ziegen. Die Tierseuche ist anzeigepflichtig. Für den Menschen ist das Virus nicht gefährlich. Fleisch- und Milchprodukte können ohne Bedenken verzehrt werden. Die Blauzungenkrankheit ist eine nicht unmittelbar von Tier zu Tier, sondern von Mücken übertragbare Infektionskrankheit. Bisher war hauptsächlich die Mücke Culicoides imicola als Überträger der Blauzungenkrankheit bekannt. Inzwischen geht man davon aus, dass die einheimische Gnitzenart Culicoides obsoletus als Überträger fungieren kann.

Die Blauzungenkrankheit kam bisher vor allem in warmen Ländern südlich des 44. Breitengrades (z. B. Türkei, Portugal, Spanien) vor. Durch die Einschleppung des Virus sind einheimische Gnitzenarten mit diesem konfrontiert worden und haben ihr Potential als Überträger des Virus bewiesen. Somit konnte die Blauzungenkrankheit auch in Deutschland auftreten.


AKTUELLES zur Blauzungenkrankheit

Mehr zur anstehenden Impfaktion lesen Sie hier.


Woran erkennt man die Krankheit?

Die klinischen Symptome bei Rindern sind Entzündungen der Zitzenhaut und Schleimhäute im Bereich der Augenlider, Maulhöhle und Genitalien. Zudem treten Ablösungen von Schleimhäuten im Bereich der Zunge und des Mauls sowie Blasen am Kronsaum auf. Diese Symptome ähneln somit Symptomen der Maul- und Klauenseuche. Das Virus bleibt in den Tieren in der Regel 100 Tage aktiv, es sammelt sich insbesondere unter der Haut. Die Tiere bilden eine belastbare Immunität aus. Die Krankheit kann ausheilen.

Schafe zeigen ca. 7 - 8 Tage nach der Infektion die ersten Anzeichen einer akuten Erkrankung: erhöhte Körpertemperatur, Apathie und Absonderung von der Herde. Bald nach dem Anstieg der Körpertemperatur schwellen die geröteten Maulschleimhäute an. Es kommt zu vermehrtem Speichelfluss und Schaumbildung vor dem Maul. Die Zunge schwillt an und wird blau und kann aus dem Maul hängen. An den Klauen rötet sich der Kronsaum und schmerzt. Die Schafe können lahmen, und bei tragenden Tieren kann die Krankheit zum Abort führen.


Wie wird die Blauzungenkrankheit übertragen?

Überträger sind kleine Mücken (1 - 3 mm lang) der Gattung Culicoides (= Gnitzen). Sie fallen vor allem zwischen Abend- und Morgendämmerung Tiere im offenen Gelände an. Das Virus wird von den blutsaugenden Insekten aufgenommen. Nach einer Entwicklungszeit von ca. einer Woche kann das Virus bei einer Blutmahlzeit auf einen Säugetierwirt übertragen werden.


Situation in Mitteleuropa und Maßnahmen

Seit dem  August 2006 wurden in den Niederlanden, Belgien und Frankreich sowie  in Nordrhein-Westfalen und Anfang November auch in Niedersachsen Fälle von Blauzungenkrankheit bei Wiederkäuern festgestellt. Der nachgewiesene Serotyp 8 trat bisher noch nie in Europa auf und wurde letztmalig südlich der Sahara festgestellt.

Unter Berücksichtigung der geografischen, klimatischen und epizootologischen Bedingungen sind nach dem geltenden EU- und nationalem Recht (Blauzungenkrankheit-Verordnung) ein Gefährdungsgebiet (= 20-km-Zone) mit einem Radius von mindestens 20 km sowie ein Restriktionsgebiet (= 150-km-Zone) von 150 km festzulegen. Aus diesen Gebieten heraus dürfen Wiederkäuer grundsätzlich nur unter Auflagen verbracht werden.


Erstausbrüche in Baden-Württemberg 

Das Friedrich-Loeffler-Institut hat am 18. September 2007 den erstmaligen Nachweis des Bluetongue-Virus in Baden-Württemberg bestätigt. Das zeitgleiche Auftreten in mehreren Landkreisen (  BT-Gesamtgebiets-kulisse Baden-Württemberg - Stand 18.09.07) sowie die zunehmende Zahl neuer Verdachtsfälle deuten auf eine bevorstehende flächenhafte Verbreitung zumindest in nördlichen und westlichen Landesteilen noch in dieser Infektionsperiode hin.

Aufgrund der Ausbrüche der Blauzungenkrankheit ist das gesamte Landesgebiet Baden-Württemberg mit der 17. Änderungsverordnung zur BT-VerschleppungsVO zur 150-km-Zone erklärt worden.

In den derzeit betroffenen Rinder- und Schafbeständen sind nur einzelne Tiere erkrankt. Hierbei herrscht die milde klinische Verlaufsform des letzten Jahres vor, die in diesem Jahr nur noch den Randzonengeschehen zugeordnet werden kann. Die Möglichkeit, dass sich in kurzer Zeit auch das massive klinische Geschehen der Kernzonen mit erhöhten Morbiditäts- und Mortalitätsraten ausbildet, ist allerdings nicht ausgeschlossen.
Ein zugelassener Impfstoff steht derzeit nicht zur Verfügung. Von Seiten der Industrie sind für das 1. Halbjahr 2008 inaktivierte BTV8-Impfstoffe angekündigt. Eine BTV8-Lebendvakzine aus Südafrika, sowie ein BTV4-Totimpfstoff aus Italien sind zum flächendeckenden Einsatz nicht geeignet.


Blauzungenkrankheit im Landkreis Ravensburg

Die Blauzungenkrankheit ist auch im Landkreis Ravensburg angekommen. Gefunden wurde das Virus bei Routineuntersuchungen an zwei Kälbern aus dem Raum Isny bzw. Leutkirch. Die anschließende Untersuchung aller Rinder der beiden betroffenen Landwirte ergab bei 9 Tieren positive Virusnachweise im Blut. Obwohl diese Tiere bislang wie auch die beiden Kälber selbst keine Krankheitsanzeichen zeigten, wurden die landwirtschaftlichen Betriebe vorsorglich gesperrt.

 

Weitere Informationen zur Blauzungenkrankheit

PDF Symbol  Regelungen zum Verbringen von Tieren aus Blauzungengebieten (BTV-8)
PDF Symbol  Regelungen zum Verbringen von Tieren aus Blauzungengebieten (BTV-6)
PDF Symbol  Epidemiologie der Blauzungenkrankheit
PDF Symbol  Klinische Symptome der Blauzungenkrankheit
PDF Symbol  Empfehlungen zum Schutz
PDF Symbol  Repellentien
 

Formulare

Word-Symbol  Impfnachweis für Kälber zum Export
   

 

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