Kunstsammlung des Landkreises Ravensburg
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Der Landkreis Ravensburg dokumentiert mit seiner Kunstsammlung seit einigen Jahrzehnten die Entwicklung der Bildenden Künste in Oberschwaben. Die überregional bedeutende Sammlung umfasst mit Werken von Künstlerinnen und Künstlern wie etwa Franz Joachim Beich, Jakob Bräckle, Maria Caspar-Filser, Wilhelm Geyer, Erwin Henning, Julius Kaesdorf, Romane Holderried-Kaesdorf und HAP Grieshaber - um nur einige bekannte Vertreter zu nennen - ein breites Spektrum vorwiegend oberschwäbischer Kunstschaffender des 17. bis 21. Jahrhunderts.
Neben der regionalen dokumentarischen Perspektive zur Kunst Oberschwabens und des Landkreises zeigt die Sammlung darüber hinaus exemplarisch aber auch die wichtigsten überregionalen Kunst- und Stilströmungen, vor allem des deutschen Südwestens, deren Einfluss auch an den Künstlern Oberschwabens nicht spurlos vorbeigezogen ist. Hier sind neben den Künstlerinnen und Künstlern der "Bernsteinschule" stellvertretend insbesondere Arbeiten der Schüler und Lehrer der Stuttgarter Akademie zu nennen, von der zu Beginn des 20. Jahrhunderts entscheidende neue künstlerische Impulse ausgingen und die in der Sammlung mit Arbeiten von Heinrich Altherr, des Mitbegründers der Stuttgarter Sezession, von Christian Landenberger, des Vertreters des so genannten "Schwäbischen Impressionismus", Gottfried Graf, des späteren Lehrers in einer der Stuttgarter Holzschnittklassen, oder aber von Max Ackermann, Ida Kerkovius, Hermann Stenner oder William Straube durchaus repräsentativ vertreten sind; sie bilden gleichsam die Folie, auf der nicht zuletzt die Entwicklung einzelner Künstler Oberschwabens nachvollziehbar wird.
Die Liste der Künstlerinnen und Künstler der Sammlung ist also lang; sie umfasst nahezu 400 bekannte und weniger bekannte Namen von Max Ackermann bis Martin Zürn, und erwartungsgemäß können und müssen nicht alle Werke der Sammlung künstlerisch auf derselben Höhe rangieren.
Daneben fördert der Landkreis Ravensburg zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler mit Bezug zur Region durch den Ankauf ihrer Werke und deren Präsentation, z. B. auch mit dem Projekt "Kunst vor Ort". Nicht zuletzt werden Werke der Sammlung regelmäßig von bedeutenden Kunsthäusern und Museen angefragt.
Unter dem Titel "Was bleibt ... ist die Kunst" präsentierte eine Ausstellung im Jahr 2004 auf Schloss Achberg eine repräsentative, aber auch heterogene Auswahl aus der Kunstsammlung des Landkreises. Die dazu erschienene kritische Dokumentation bietet einen Überblick über die Bestände der Sammlung des Landkreises und stellt in Auswahl wichtige Werke nahezu aller in der Sammlung vertretenen künstlerischen Gattungen sowie deren Künstlerinnen und Künstler vor. Sonst kann die umfangreiche Sammlung der kunstinteressierten Öffentlichkeit üblicherweise nur in kleinen Ausschnitten in Form von Wechselausstellungen und an wechselnden Orten präsentiert werden. An insgesamt 45 Standorten im Kreis werden regelmäßig Werke der Sammlung gezeigt, vornehmlich in den Außenstellen der Landkreisverwaltung, aber auch als Leihgabe in den Gemeinden und Städten des Kreises.
Die folgende Präsentation ausgewählter Stillleben gibt einen kleinen Einblick in die umfangreiche Kunstsammlung des Landkreises Ravensburg. Der Querschnitt an Kompositionen spiegelt dabei in lebendigem Farb- und Formenspiel die Vielseitigkeit dieses malerischen Genres.
Diese Präsentation ist als Wanderausstellung konzipiert und kann auf Anfrage von Gemeinden, Städten sowie kulturschaffenden Institutionen im Landkreis Ravensburg entliehen werden.
Zur Vertiefung empfehlen wir den Band von Herbert Köhler: „Was bleibt …“ Die Kunstsammlung des Landkreises Ravensburg. Eine kritische Dokumentation, Ravensburg 2004. (ISBN 3-9809999-0-4; 270 S.; 30,- EUR)



